Gesellschaftlicher Diskurs

    Schluss mit der Diffamierung

    Schluss mit der Diffamierung der Handreichung für Fachkräfte zum Umgang mit rechtsextremen Haltungen

    Die Amadeu Antonio Stiftung hat eine Broschüre „Ene-Mene Muh und raus bist du!“ herausgebracht. (https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/kita_internet_2018.pdf)   

    Ziel der Broschüre ist es, Erzieherinnen und Erziehern, die mit rechtsextremen Verhaltensweisen in der Kita in Berührung kommen, Informationen, Beratung und Unterstützung im Umgang damit zu geben. Eine solche Publikation wurde immer wieder von Fachkräften aus der Praxis nachgefragt. Die Autorinnen des in Rede stehenden Artikels „Fallanalysen und Handlungsmöglichkeiten in der Praxis" sind anerkannte Professorinnen an der Alice Salomon Hochschule Berlin und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg.

    Mit der Veröffentlichung startete eine Diskreditierung der Akteur*innen, die an der Broschüre mitgearbeitet haben. Nachdem zunächst im Internet Schmähungen dieser Arbeitshilfe platziert wurden, hat die Kritik nun auch Presse und Politik erreicht. Nach Kritik von AFD Politiker*innen melden sich nun auch Vertreter*innen anderer Parteien zu Wort, welche auffordern, die Broschüre „einzustampfen“ oder von der Nutzung abraten.

    Die Kritik, hier würden Mädchen die Zöpfe tragen und Handarbeiten machen oder Jungen die stark körperlich gefordert werden mit dem Etikett rechtsextremes Elternhaus belegt, ist unverständlich und irreführend. Hier wird ein Teil eines Fallbeispiels aus dem Zusammenhang gerissen. Der wesentliche Absatz, welcher den Ausgangspunkt der dann folgenden fachlichen Empfehlungen bildet, wird verschwiegen. Die Einladung anderer Kinder zu einer Feier ist es, die bei deren Eltern Sorgen auslöst. Denn diese wissen, dass die gastgebenden Eltern einer rechtsextremen Kameradschaft zugehören und bitten die Erzieher*innen um Rat. (Seite 12 unten)

    Solche Situationen zu meistern ist schwer und Handreichungen und Fortbildungen dazu bieten den pädagogischen Fachkräfte das dafür notwendige Fachwissen.

    Seit Jahren engagiert sich ver.di im ESF Projekt „Kita-international“ (https://www.esf-projekte.de/aktuelle-projekte/kita-international.html) in dem Praxiskonzepte zu gelingender Teilhabe, dem Abbau von Ressentiments und vorurteilsbewußter Erziehung im Zentrum stehen. Fachkräfte dürfen mit diesen Herausforderungen nicht allein gelassen werden. Darum fordern wir u.a. mehr Investition in Fortbildung und Beratung.

    Damit die Probleme des Alltags deutlicher werden müssen wir uns weiter einmischen und von den Anforderungen berichten und diese in den öffentlichen Diskurs einbringen.

    Wir danken der Stiftung, den Autor*innen und der Bundesministerium für ihr Engagement an dieser Stelle.