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  • Kindertageseinrichtungen / Horte / Ganztagsschule : Verbindliche rechtliche Qualitätsstandards in Kindertagesstätten

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Verbindliche rechtliche Qualitätsstandards in Kindertagesstätten und erst Recht für die Rechte der Kinder

Die Bedeutung der Tageseinrichtungen nimmt zu denn es geht um nicht weniger als um die Realisierung der Grundrechte unserer Kinder.

Tageseinrichtungen sind Orte für Kinder an denen sie meist zum ersten Mal ein Leben außerhalb der Familie kennenlernen und mit anderen Kindern, sowie prägenden Bezugspersonen zusammenkommen.

Ab August 2013 haben Kinder, vom ersten Lebensjahr an, einen gesetzlichen Anspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Tagespflege.  § 24, Absatz 2 SGB VIII

Dadurch verlagert sich das Eintrittsalter der Kinder in Tagesbetreuungen immer weiter nach unten. Für viele Kinder heißt das, gerade in dieser, für ihre individuelle Entwicklung so bedeutenden Lebensphase, verbringen sie mehr Zeit in der Kita, als in der Grundschule. (quantitativer Ausbau)

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Struktur der Familie verändert. Kaum noch ein Haushalt in dem mehrere Generationen arbeitsteilig die familiären Aufgaben erledigen und die Erziehung der Kinder gemeinsam leisten. Immer häufiger gehen beide Elternteile einer Erwerbstätigkeit nach. Das verändert die Lebensbedingungen der Kinder und führt zu höheren Anforderungen an öffentliche Angebote.

Beteiligung an Entscheidungsprozessen, Rücksichtnahme auf andere Menschen,  Formulierung eigener Interessen u.v.m. sind Kompetenzen, die geübt und gelernt werden müssen. Die komplexen Bezüge und der Austausch mit anderen Kindern und dem sozialpädagogischen Personal in Kindertageseinrichtungen, sind dafür wertvolle Erfahrungsräume. (qualitativer Ausbau)

Die sozialen Erfahrungen der Kinder in der Tageseinrichtung haben einen großen Einfluss auf die Bildung ihrere Persönlichkeit (Maywald/Valentin 2008). Inwieweit sich Kinder als aktive Mitglieder einer Gemeinschaft erleben, die mitentscheiden, mitgestalten und mitbestimmen können, hat große Auswirkungen auf die moralische und auf die politische Sozialisation des Kindes.

Werteerziehung als Kinder – und Menschenrechtsbildung ist ein unverzichtbarer Bestandteil elementarer Bildung (§ 22 Absatz 2 SGB VIII)

Für die Tageseinrichtungen ist die Realisierung  dieser, an den Rechten und Bedürfnissen der Kinder orientierten Pädagogik, mit sehr großen Anstrengungen verbunden.

Obwohl die qualitativen und quantitativen Ansprüche an frühe Bildung immer mehr steigen, wachsen die vorhandenen Strukturen bei Weitem nicht im erforderlichen Umfang mit.

Die Folge dessen ist, dass in der Regel zahlreiche Qualitätsmindeststandards nicht erfüllt werden (Deutsche Liga für das Kind 2008; 2009).“

Die Kinder- und Jugendhilferechtlichen Festlegungen von notwendigen Mindeststandards für die Arbeit der Tageseinrichtungen bleiben weit hinter den Anforderungen der Praxis zurück.

Es existieren keine verbindlichen, bundesweiten Mindeststandards, die sich an den Bedürfnissen und Rechten der Kinder orientieren.

Fakt ist: es mangelt an (politischem Willen), Kapazitäten und an Fachkräften; darum:

  • reicht das Angebot nicht aus, um allen Kindern einen bedarfsgerechten Kita-Platz anbieten zu können.
  • sind die Gruppen zu groß, bzw. die Fachkraft-Kind-Relation ist unzureichend.
  • Sind zu wenige Kindertageseinrichtungen so ausgestattet, dass sie Kinder mit Behinderungen aufnehmen können. Das Prinzip der Inklusion kann nicht flächendeckend verwirklicht werden.
  • orientiert sich die Struktur- und die Prozessqualität an den Möglichkeiten der Einrichtung, nicht an den Bedarfen der Kinder.
  • Wird als Ergebnis des Mangels, frühe Bildung oft auf kognitive Förderung eingeengt. Ein ganzheitliches Bildungsverständnis kommt dadurch zu kurz. Persönlichkeitsbildung wird nicht ausreichend angeboten.
  • wird die altersgerechte Beteiligung der Kinder vielfach nur partiell gewährleistet und nicht strukturell verankert.
  • steckt die Praxis vorurteilsbewusster Pädagogik noch in den Kinderschuhen. Interkulturelle und interreligiöse Kompetenzen sind nicht hinreichend vorhanden.
  • bezieht sich die frühkindliche Sprachförderung oft einseitig auf die Förderung der deutschen Sprache. Die Förderung der Muttersprache kommt dadurch häufig zu kurz.

Diese Broschüre zeigt aus vielen Blickwinkeln (päd. Personal, Leitung, Kind, Eltern, Träger), wie wichtig es ist, gute und hohe Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder als Standards zu platzieren.

IVB-Bestellformular-Verwirklichung Kinderrechten

Die Broschüre "Verwirklichung von Kinderrechten" steht im ver.di-Mitgliedernetz als Download zur Verfügung.

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