Kindertageseinrichtungen / Horte / Ganztagsschule

    Rahmenbedingungen für Kitas

    Rahmenbedingungen für Kitas

    Kinder sind mehr wert   Aktion der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen für mehr Qualität und Chancengleichheit !

    Dazu brauchen wir bessere Rahmenbedingungen für die Erziehungs- und Bildungsarbeit in den Kindertageseinrichtungen.
    mehr Infos..

    Qualitätsstandards für Kindertagesstätten

    In seiner Auseinandersetzung mit Qualitätsstandards für Unter-Dreijährige hat der Bundesfachgruppenvorstand Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe Mindeststandards für Kindertagesstätten für die Altersgruppe von 0 - 6 Jahren beschlossen.  

    Flyer zu Rahmenbedingungen für die Bildung und Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen für Kinder:

    Personalschlüssel

    Im Zentrum stehen die Kennzahlen für den Personalschlüssel. Hierbei wurden keine neuen Forderungen entwickelt, sondern die ver.di-Fachgruppe hat sich an den veröffentlichten und empfohlenen MIndeststandards der Europäischen Kommission orientiert.

    Für Kinder bis 1,5 Jahre                            3 Kinder zu einer Fachkraft

    Für Kinder zwischen 1,5 und 3 Jahren      4 Kinder zu einer Fachkraft

    Für Kinder zwischen 3 Jahren
    und dem Schuleintritt                                8 Kinder zu einer Fachkraft

    Für Kinder ab dem Schuleintritt                10 Kinder zu einer Fachkraft

    In diesem Personalschlüssel müssen zusätzlich Verfügungszeiten eingerechnet werden. ver.di fordert, dass mindestens 1/3 der individuellen Arbeitszeit hierfür zur Verfügung steht. Zusätzlich müssen 10 Freistellungstage pro Jahr für Qualifizierung in die Personalbemessung eingerechnet werden.

    Im Personalschlüssel sind PraktikantInnen und Zusatzfachkräfte nicht eingerechnet. Leitungsfreistellung muss an die gewachsenen Anforderungen an Leitungen angepasst werden.

    Befristete Arbeitsverträge wiedersprechen der pädagogischen Notwendigkeit von personellen Kontinuitätem in Kindertagesstätten. ver.di fordert die Übernahme der befristet eingestellten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in unbefristete Arbeitsverträge.

    Raumgröße

    Mindestens 8 qm Betreuungs-  und Bildungsräume pro Kind
    Ausgestaltung dem Alter und Bedürfnissen der Kinder angemessen
    Zusätzlich sind Hauswirtschaftsräume, Sanitär- und Stauräume, Büro, Sozial- und Personalraum zu berücksichtigen.

    Außengelände

    Mindestens 1,5-fache Größe der Innenfläche

    Lärm- und Gesundheitsschutz

    Einbau von Lärmschutzmaßnahmen
    Ergonomische Ausstattung für Erzieher und Erzieherinnen und für Kinder

    Ausstattung

    Grund- und Erstausstattung entsprechend pädagogischem und technischem Standard
    Angemessenes eigenes Budget der Kita für laufende Sachkosten

    Weiterbildung

    Weiterbildungsangebote beim Wechsel der Alterstruktur.

    Netzwerk Kinderbetreuung der Europäischen Kommission

    Das Netzwerk Kinderbetreuung der Europäischen Kommission, bestehend aus ExpertInnen dieses Arbeitsfeldes, hat Qualitätsziele beschrieben. Auf diese wird im Flyer von ver.di Bezug genommen.

    Weitere Hintergründe finden sich in englischer Sprache hier. In "Paper three: Quality targets in services für young chuíldren" findet sich u.a. unter "target 21" der Verweis auf die Kennzahlen bzgl. der Relationen von Kindern zu Fachkräften.
    Unter der Internetadresse http://www.kindergartenpaedagogik.de/360.html findet sich eine deutsche Übersetzung dieser Ziele.

    "Was braucht die Kita zur Umsetzung des Sächsischen Bildungsplans?"

    Untersuchung des Paritätischen Wohlfahrtverbandes in Sachsen

    Der Paritätische Wohlfahrtsverband Sachsen hat im Herbst 2006 eine Untersuchung durchführen lassen, in der der Frage nachgegangen wurde, "was braucht die Kita zur Umsetzung des Sächsischen Bildungsplans?" Im Fokus wurden hierbei Zeit- und Personalressourcen betrachtet.

    Die Untersuchung geht davon aus, dass es für die Realisierung des Bildungspalnes notwendige kinderfreie Zeitanteile für Dokumentation, Reflexion, Austausch, Planung und Kommunikation mit den Eltern, der Grundschule und weiteren Partnern geben muss.

    Zentrales Ergebnis ist, dass die vorhandenen Zeitressourcen bei weitem nicht ausreichen, um die im Bildungsplan beschriebenen Standards zu erfüllen.

    Desweiteren belegt die Studie, dass eine höhere Zahl von gruppenfreien Erzieherinnen mehr "kinderfreie Zeit" und damit eine höhere Qualität ermöglicht. Ein Pladoyer für Teile offenerer Arbeit in den Einrichtungen.

    Weitere Detailergebnisse:
    Es gibt eine Zusammenhang von Arbeitszeit und kinderfreien Zeiten. Je höher der Anteil von Erzieherinnen in Vollzeitstellen ist, desto mehr kinderfreie Zeiten werden ermöglicht.
    Und es gibt einen Zusammenhang von Betreuungszeiten der Kinder und kinderfreie Zeiten. Kurze Betreuungszeiten (< 6 Stunden täglich) bedeuten weniger kinderfreie Zeiten.

    Die Studie ist zu finden unter:
    Untersuchung des Paritätischen Wohlfahrtverbandes in Sachsen vom November 2007