Flüchtlingsarbeit

    Flüchtlingszahlen sinken (derzeit) – unsere Aufgaben nicht!

    Flüchtlingszahlen sinken (derzeit) – unsere Aufgaben nicht!

    Erklärung der KollegInnen in der Flüchtlingsarbeit (Treffen 23.05.2016)

    Die Kolleginnen aus der Flüchtlingsarbeit in Hamburg haben ihre Situation resümiert und auf weiterhin bestehende Probleme und Missstände hingewiesen. Viele Fragen sind weiterhin ungelöst. Die Hamburger Erklärung beleuchtet die Situation wie jetzt in Hamburg aussieht:

    Mittlerweile wird in der Öffentlichkeit der Eindruck vermittelt, dass die Menschen auf der Flucht weniger werden und viele Angebote nicht mehr oder so nicht mehr notwendig sind. Aber die Menschen sind durch Kriege, Hunger und Not weiterhin auf der Flucht und nutzen jede Möglichkeit, an einem anderen Ort ein neues friedliches Leben zu finden. Es ist deshalb richtig, die nach Deutschland kommen, willkommen zu heißen und die entsprechenden Hilfen zur Verfügung zu stellen.

    Diese notwendigen Hilfen sind vielfältig. Sie bewegen sich von der Erstaufnahme über die verschiedenen Anerkennungsverfahren bis hin zur Unterstützung in finanzieller Art und zur Begleitung in neue Lebensperspektiven. Wir, die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst, sind deshalb auf allen Ebenen zuständig. Wir sind bei der Ersthilfe dabei, arbeiten aber z.B. auch in Schulen und Bezirksämtern für die Integration und Betreuung.

    Da, wo öffentliche Bilder verschwinden, da sind wir immer noch da und versuchen für diese Menschen, wie auch für alle anderen Menschen in Not, Hilfen anzubieten. D.h., wir haben immer noch hohe Belastungssituationen und oft nicht die ausreichende Zeit, um für alle Interessen bedarfsgerecht da zu sein. Wir leiden zudem an den ungelösten Fragen oder Umsetzungsmöglichkeiten und wenn wir z.B. bei der Wohnungssuche helfen sollen, dann können wir des Öfteren wenig oder nichts anbieten. Unsere Arbeit ist deshalb strukturell von engen Grenzen geprägt, die nur wenig Spielraum für Entscheidungen und Angebote geben.

    All dies – die hohe Belastung, die vielen Unklarheiten, die geringe Zeit und der begrenzte Spielraum – hat große direkte Auswirkungen auf uns und unser Tun. Manche von uns sind darüber hinaus noch befristet beschäftigt und blicken in eine eigene unsichere Zukunft. Wir sind deshalb der Meinung, dass auch für uns dringend etwas getan werden muss, denn nur wenn unsere Arbeitsbedingungen erträglich sind, dann haben wir die Voraus-setzungen für eine gute Arbeit für alle!

    Wir machen weiter, weil uns die Menschen am Herzen liegen. Wir erwarten von der Politik, dass sie dieses unterstützt und in Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen ausdrückt!